Grüße & Bilder
Morgengedichte: zwölf Klassiker und acht eigene Verse
Bekannte Morgengedichte stammen etwa von Eichendorff („Morgengebet“), Mörike („Septembermorgen“), Fontane („Guter Rath“) und Ringelnatz („Morgenwonne“). Diese Seite zeigt zwölf vollständige, gemeinfreie Gedichte im geprüften Wortlaut mit Quelle, ordnet jedes kurz ein und ergänzt acht eigene kurze Morgenverse, die Sie frei für Karten und Nachrichten verwenden dürfen.

Morgengedichte erzählen vom Aufwachen, vom ersten Licht und vom Mut, mit dem ein Tag beginnt. Hier finden Sie zwölf Gedichte, geordnet nach dem Geburtsjahr ihrer Dichter: von Matthias Claudius bis Kurt Tucholsky, vom übermütigen Maimorgen bis zum flüchtigen Blick auf dem Bahnsteig. Jedes Gedicht steht vollständig da – in der Schreibweise der angegebenen Ausgabe und mit Link zur Quelle.
Alle zwölf Dichter sind vor 1956 gestorben, ihre Texte sind gemeinfrei. Sie dürfen sie abschreiben, vorlesen und auf Karten verschicken. Am Ende der Seite stehen acht eigene kurze Verse der Redaktion; für den Abend gibt es die Gute-Nacht-Gedichte.
Um 1800: Claudius, Goethe, Hölderlin
Der Frühling, am ersten Maimorgen
Heute will ich fröhlich, fröhlich sein,
Keine Weis' und keine Sitte hören;
Will mich wälzen und für Freude schrein,
Und der König soll mir das nicht wehren;
Denn er kommt mit seiner Freuden Schar
Heute aus der Morgenröte Hallen,
Einen Blumenkranz um Brust und Haar
Und auf seiner Schulter Nachtigallen;
Und sein Antlitz ist ihm rot und weiß,
Und er träuft von Tau und Duft und Segen –
Ha! Mein Thyrsus sei ein Knospenreis,
Und so tauml' ich meinem Freund entgegen.
Matthias Claudius (1740–1815), aus seinen Gedichten. Quelle: Projekt Gutenberg-DE
Claudius, bekannt als „Wandsbecker Bote“, lässt den Frühling wie einen König aus der Morgenröte einziehen. Den Thyrsus, den Festzugstab der antiken Dichtung, ersetzt er durch einen Knospenzweig – der Überschwang kommt hier allein vom Mai.
Auf dem See
Und frische Nahrung, neues Blut
Saug’ ich aus freyer Welt;
Wie ist Natur so hold und gut,
Die mich am Busen hält!
Die Welle wieget unsern Kahn
Im Rudertakt hinauf,
Und Berge, wolkig himmelan,
Begegnen unserm Lauf.
Aug’, mein Aug’, was sinkst du nieder?
Goldne Träume kommt ihr wieder?
Weg, du Traum! so Gold du bist;
Hier auch Lieb’ und Leben ist.
Auf der Welle blinken
Tausend schwebende Sterne,
Weiche Nebel trinken
Rings die thürmende Ferne;
Morgenwind umflügelt
Die beschattete Bucht,
Und im See bespiegelt
Sich die reifende Frucht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), entstanden 1775, gedruckt 1789 in „Goethes Schriften“, Bd. 8. Quelle: Wikisource
Der Morgen kommt bei Goethe erst in der letzten Strophe: Morgenwind über der Bucht, Lichter auf den Wellen. Eine frühere Fassung begann noch mit „Ich saug' an meiner Nabelschnur“; gedruckt wurde 1789 der heutige, ruhigere Anfang.
Ehemals und Jetzt
In jüngern Tagen war ich des Morgens froh,
Des Abends weint’ ich; jetzt, da ich älter bin,
Beginn’ ich zweifelnd meinen Tag, doch
Heilig und heiter ist mir sein Ende.
Friedrich Hölderlin (1770–1843), gedruckt 1799 im „Taschenbuch für Frauenzimmer von Bildung“. Quelle: Wikisource
Vier Zeilen, zwei Lebensalter: Früher war der Morgen froh und der Abend traurig, später ist es umgekehrt. Wer morgens nur langsam in den Tag findet, hat in Hölderlin einen tröstlichen Verbündeten.
19. Jahrhundert: Eichendorff, Heine, Mörike, Storm, Fontane
Morgengebet
O wunderbares, tiefes Schweigen,
Wie einsam ist’s noch auf der Welt!
Die Wälder nur sich leise neigen,
Als ging’ der Herr durchs stille Feld.
Ich fühl’ mich recht wie neu geschaffen,
Wo ist die Sorge nun und Noth?
Was mich noch gestern wollt’ erschlaffen,
Ich schäm’ mich deß im Morgenroth.
Die Welt mit ihrem Gram und Glücke
Will ich, ein Pilger, frohbereit
Betreten nur wie eine Brücke
Zu dir, Herr, übern Strom der Zeit.
Und buhlt mein Lied, auf Weltgunst lauernd,
Um schnöden Sold der Eitelkeit:
Zerschlag’ mein Saitenspiel, und schauernd
Schweig’ ich vor dir in Ewigkeit.
Joseph von Eichendorff (1788–1857), zuerst 1834 im „Deutschen Musenalmanach“, Text nach den Sämmtlichen Werken von 1864. Quelle: Wikisource
Eichendorffs Morgen ist still und fromm: Die Wälder neigen sich, und was gestern noch bedrückte, wirkt im Morgenrot klein. Weitere Gebete für den Tagesbeginn stehen auf der Seite Morgengebet.
In der Frühe
Auf dem Fauxbourg Saint-Marçeau
Lag der Nebel heute Morgen,
Spätherbstnebel, dicht und schwer,
Einer weißen Nacht vergleichbar.
Wandelnd durch die weiße Nacht,
Schaut’ ich mir vorübergleiten
Eine weibliche Gestalt,
Die dem Mondenlicht vergleichbar.
Ja, sie war wie Mondenlicht
Leichthinschwebend, zart und zierlich;
Solchen schlanken Gliederbau
Sah ich hier in Frankreich niemals.
War es Luna selbst vielleicht,
Die sich heut bey einem schönen,
Zärtlichen Endymion
Des Quartièr Latin verspätet?
Auf dem Heimweg dacht ich nach:
Warum floh’ sie meinen Anblick?
Hielt die Göttin mich vielleicht
Für den Sonnenlenker Phöbus?
Heinrich Heine (1797–1856), aus „Neue Gedichte“, 1844. Quelle: Wikisource
Heine, der 1856 in Paris starb, führt in den Pariser Herbstnebel. Dort begegnet ihm eine Frau, zart wie Mondlicht – und die Pointe zwinkert: Vielleicht floh die Mondgöttin, weil sie ihn für den Sonnengott hielt.
Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Eduard Mörike (1804–1875), entstanden 1827, Text nach den „Gesammelten Schriften“, 1878. Quelle: Wikisource
Sechs Zeilen, ein ganzer Herbstmorgen: erst Nebel, dann blauer Himmel und warmes Gold. Das Gedicht des Pfarrers und Lyrikers Mörike passt auf jede Karte im September – weitere Grüße für diese Jahreszeit finden Sie unter Guten Morgen im Herbst.
Morgens
Nun gieb ein Morgenküßchen!
Du hast genug der Ruh;
Und setz dein zierlich Füßchen
Behende in den Schuh!
Nun schüttle von der Stirne
Der Träume blasse Spur!
Das goldene Gestirne
Erleuchtet längst die Flur.
Die Rosen in deinem Garten
Sprangen im Sonnenlicht;
Sie können kaum erwarten,
Daß deine Hand sie bricht.
Theodor Storm (1817–1888), aus „Sommergeschichten und Lieder“, 1851. Quelle: Wikisource
Ein Weckgedicht mit Augenzwinkern: erst ein Morgenküsschen, dann schnell in die Schuhe, denn die Rosen warten schon. Wer der Liebsten oder dem Liebsten verspielt guten Morgen sagen will, findet bei Storm die Vorlage – und weitere Ideen unter Guten Morgen, Schatz.
Guter Rath
An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen Deine Sorgen
Wie Nebel von Dir ab.
Des Himmels heitere Bläue
Lacht Dir in’s Herz hinein
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach Dich ein.
Rings Blüthen nur und Triebe
Und Halme von Segen schwer,
Dir ist als zöge die Liebe
Des Weges nebenher.
So heimisch alles klinget
Als wie im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
Die Seele sich hinaus.
Theodor Fontane (1819–1898), aus „Gedichte“, 1851. Quelle: Wikisource
Mit diesem Rat beginnt die erste Auflage von Fontanes „Gedichten“ aus dem Jahr 1851. Die erste Strophe ist kurz genug für eine Karte: Wer an einem Sommermorgen losgeht, lässt die Sorgen wie Nebel hinter sich.
Moderne: Morgenstern, Rilke, Ringelnatz, Tucholsky
Maimorgen
So mag sich wieder blinde Nacht
zum reinsten Morgen klären,
sich Lebensglück aus Lebensmacht
in neuem Glanz gebären.
Der Nebel flieht, als ob er Ried
und Wald auf ewig flöhe,
und meine Seele ist das Lied
der Lerchen in der Höhe.
Christian Morgenstern (1871–1914), aus „Ein Sommer“, 1900. Quelle: Wikisource
Bekannt ist Morgenstern vor allem für seine verspielten Galgenlieder; hier klingt er ernst und hell. Wie bei Claudius ist es ein Maimorgen, der jubeln lässt – die Seele wird zum Lied der Lerchen.
Wintermorgen
Der Wasserfall ist eingefroren,
die Dohlen hocken hart am Teich.
Mein schönes Lieb hat rote Ohren
und sinnt auf einen Schelmenstreich.
Die Sonne küßt uns. Traumverloren
schwimmt im Geäst ein Klang in Moll;
und wir gehn fürder, alle Poren
vom Kraftarom des Morgens voll.
Rainer Maria Rilke (1875–1926), aus „Larenopfer“, Erstdruck 1895, Text nach den Sämtlichen Werken, Bd. 1, 1955. Quelle: Wikisource
Rilkes früher Band „Larenopfer“ streift durch seine Geburtsstadt Prag, vom Hradschin bis zur Kleinseite. Hier ist der Wasserfall gefroren, und doch geht man „vom Kraftarom des Morgens voll“ hinaus – ein schönes Bild für einen frostigen Start.

Morgenwonne
Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.
Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich „Euer Gnaden“.
Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.
Joachim Ringelnatz (1883–1934), aus „103 Gedichte“, 1933. Quelle: Wikisource
Ringelnatz, eigentlich Hans Bötticher, war Schriftsteller, Kabarettist und Maler. Seine „Morgenwonne“ ist gute Laune pur: Die Seife lacht, das Laken knickst, und am Ende steht ein ungeheurer Appetit „Nach Frühstück und nach Leben“.
Augen in der Großstadt
Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
Mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? vielleicht dein Lebensglück …
vorbei, verweht, nie wieder.
Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hasts gefunden,
nur für Sekunden …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
Was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück …
vorbei, verweht, nie wieder.
Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
Und zieht vorüber …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.
Kurt Tucholsky (1890–1935), zuerst 1930, Text nach „Lerne lachen ohne zu weinen“, 1932. Quelle: Wikisource
Der Morgen auf dem Weg zur Arbeit: Bahnhof, Menschenmenge, ein fremder Blick, der sofort wieder verschwindet. Tucholsky veröffentlichte das Gedicht 1930 unter seinem Pseudonym Theobald Tiger. Fast hundert Jahre später passt es noch immer auf jeden Bahnsteig.
Eigene Verse für Karten und Nachrichten
Diese acht Verse hat die Redaktion selbst geschrieben. Jeder passt in das Textfeld des Grußkarten-Generators, und alle dürfen Sie für private Grüße frei verwenden.
Erstes Licht
Der Morgen legt sein erstes Licht
dir leise auf das Angesicht.
Die Amsel singt, der Tau ist frisch –
und Sonne liegt auf deinem Tisch.
Eigene Verse
Für die erste Tasse
Ein Becher Wärme in der Hand,
der Blick hinaus aufs graue Land –
und schon ist dieser Morgen mild.
Ich schick dir dieses kleine Bild.
Eigene Verse
Zum Wochenstart
Die Woche liegt noch weiß und leer
wie frischer Schnee vor deiner Tür.
Zieh deine Spur, mal leicht, mal schwer –
ich wünsch dir Glück und Mut dafür.
Eigene Verse
Regenmorgen
Der Regen klopft an meine Scheiben,
die Wolken wollen heute bleiben.
Doch irgendwo, ganz hinterm Grau,
da wartet schon ein Stückchen Blau.
Eigene Verse
Frostmorgen
Der Frost malt Blumen an das Glas,
und Reif liegt silbern auf dem Gras.
Ich schick dir eine Tasse Tee
und einen Gruß, so weiß wie Schnee.
Eigene Verse
Für den Schatz
Dein Kissen ist noch warm von dir,
dein Lachen klingt noch nach in mir.
Geh los, mein Herz, und komm gut an –
ich denk an dich, so oft ich kann.
Eigene Verse
In die Ferne
Ich bin schon wach, du schläfst noch fest,
weil uns die Erde warten lässt.
Ich heb dir ein Stück Morgen auf –
mit Sonnenschein und Kaffee drauf.
Eigene Verse
Mit Augenzwinkern
Mein Wecker meint, es sei schon Zeit,
die Decke sagt: noch nicht so weit!
Ich hab den Streit für dich beendet:
Hier ist dein Gruß – schon abgesendet.
Eigene Verse
Weiterlesen: längere Morgengedichte
- Andreas Gryphius (1616–1664): „Morgen Sonnet“ von 1658 – eröffnet eine Folge von Tageszeiten-Sonetten und bittet in barocker Schreibweise um Licht für den Tag.
- Eduard Mörike: „An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang“ – 39 Zeilen über die „flaumenleichte Zeit der dunkeln Frühe“, bis der Tag „im Sprung“ beginnt.
- Theodor Fontane: „Würd’ es mir fehlen, würd’ ich’s vermissen?“ – ein Morgen mit warmem Kaffee und frischer Semmel, der in eine nachdenkliche Frage mündet.
- Matthias Claudius: „Frau Rebekka mit den Kindern, an einem Maimorgen“ – beginnt mit „Kommt Kinder, wischt die Augen aus“ und eignet sich zum Vorlesen am Familientisch.
Morgengedichte, die man als Lied kennt
Manche Morgengedichte leben vor allem als Lied weiter. Wilhelm Müllers „Morgengruß“ aus dem Zyklus „Die schöne Müllerin“ beginnt genau mit den Worten, um die es auf dieser Website geht; Franz Schubert hat das Gedicht vertont. Ähnlich ist es bei vielen Kirchenliedern für den Morgen. Liedtexte geben wir hier nicht wieder: Hintergründe stehen auf der Seite Morgenlieder, Müllers Gedicht lesen Sie bei Wikisource.
Wann ein Gedicht gemeinfrei ist
In Deutschland erlischt das Urheberrecht siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers (§ 64 UrhG). Die Frist beginnt erst mit dem Ende des Todesjahres (§ 69 UrhG). Im Jahr 2026 sind damit die Werke aller Dichterinnen und Dichter frei, die 1955 oder früher gestorben sind. Jüngere Gedichte sind dagegen noch geschützt, auch wenn sie im Netz überall zu finden sind.
Die Gedichte auf dieser Seite folgen Zeichen für Zeichen der jeweils genannten Ausgabe. Deshalb stehen dort alte Schreibweisen wie „Noth“, „freyer“ oder „Rath“ – so, wie sie gedruckt wurden. Für eine Karte dürfen Sie die Schreibweise behutsam anpassen; nennen Sie den Dichter trotzdem.
Quellen
- Wikisource: Texte und Textdaten der Gedichte von Goethe, Hölderlin, Eichendorff, Heine, Mörike, Storm, Fontane, Morgenstern, Rilke, Ringelnatz und Tucholsky (unter jedem Gedicht verlinkt), Autorenseiten mit Lebensdaten, Fontane, Gedichte (1851) und Rilke, Larenopfer (abgerufen am 03.10.2026)
- Projekt Gutenberg-DE: Matthias Claudius, Gedichte und Goethe, „Auf dem See“, frühere und spätere Fassung (abgerufen am 03.10.2026)
- Bundesministerium der Justiz: § 64, § 69, § 15 und § 19a UrhG, gesetze-im-internet.de (abgerufen am 03.10.2026)
Häufige Fragen
Welches Morgengedicht eignet sich zum Auswendiglernen?
Kurz und klangvoll sind Mörikes „Septembermorgen“ mit sechs Zeilen und Hölderlins „Ehemals und Jetzt“ mit vier. Wer Reime mag, lernt Ringelnatz’ „Morgenwonne“: drei Strophen, die sich fast von selbst einprägen.
Darf ich ein noch geschütztes Gedicht in einer Nachricht verschicken?
Eine Nachricht an Familie und Freunde ist keine öffentliche Wiedergabe: Wer mit Ihnen persönlich verbunden ist, gehört nach § 15 Abs. 3 UrhG nicht zur Öffentlichkeit. Ein geschütztes Gedicht in einem offenen Profil zu posten, ist dagegen eine öffentliche Zugänglichmachung, die nach § 19a UrhG dem Urheber vorbehalten ist.
Wie kann ich den Wortlaut eines Gedichts selbst prüfen?
Unter jedem Gedicht steht ein Link zur Quelle. Wikisource zeigt zu den Texten auch die eingescannte Buchseite, auf der das Gedicht gedruckt wurde – so lässt sich jeder Buchstabe mit dem Original vergleichen.
Welche Gedichte passen zu welcher Jahreszeit?
Für den Mai Claudius und Morgenstern, für den Sommer Fontanes „Guter Rath“, für den September Mörike und für Frosttage Rilkes „Wintermorgen“. Ganzjährig passen Hölderlin, Ringelnatz und Tucholsky.
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